Louis “Satchmo” Armstrong (1901 bis 1971) war eine der einflussreichsten Persönlichkeiten in der Geschichte des Jazz. Seine Karriere umspannte fünf Jahrzehnte und viele verschiedene Jazz-Stile.

In New Orleans geboren und aufgewachsen, wurde er in den zwanziger Jahren als kreativer Trompeter bekannt. Mit seiner unverwechselbaren, tiefen, rauchigen Stimme wurde er bald auch ein einflussreicher Sänger. Louis Armstrong benutzte seine sympathische Bühnenpräsenz und seine musikalischen Talente, um den Fokus der Jazzmusik von Kollektivimprovisation auf Soloimprovisation zu verschieben.

Um 1922 ging Louis Armstrong nach Chicago, um sich der Creole Jazz Band anzuschließen, die zu den erfolgreichsten Jazz-Bands der frühen zwanziger Jahre zählte. Er nahm dort mit anderen Jazz-Musikern Kontakt auf und erhielt 1924 eine Einladung, sich in New York City dem Fletcher Henderson Orchestra, der besten afro-amerikanischen Band seiner Zeit, anzuschließen. Der bis dahin strenge Stil der Band wurde stark von Armstrongs emotionalem Stil beeinflusst. Er bezog bald auch Singen und Geschichtenerzählen in die Aufführungen ein.

1925 kehrte Louis Armstrong nach Chicago zurück, um seine Karriere weiter auszubauen. Er wurde mittlerweile als der “größte Trompeter der Welt” angesehen. Er gründete seine eigene Band, “Armstrong and his Hot Five”, und nahm die Hits “Potato Head Blues” und “Muggles” auf. (Muggles bezog sich auf Marihuana.) Die Hot Five waren, neben Armstrong, Kid Ory (Posaune), Johnny Dodds (Klarinette), Johnny St. Cyr (Banjo) und Lil Armstrong (seine Frau) am Klavier. Die Gründung der Hot Five gab Armstrong die Freiheit, seinen eigenen Stil zu entwickeln, und das Quintett produzierte in einem Jahr 24 Platten, alle mit hoch-kreativen Solo-Improvisationen von Armstrong. Das Trompetensolo in “West End Blues” ist wohl eine der einflussreichsten Improvisationen der Jazzgeschichte.

Um diese Zeit fing Armstrong auch an zu singen, und er war einer der ersten, der ein Stück mit Vokal-Improvisationen aufnahm (“Heebie-Jeebies” 1926). Das Stück war so beliebt, dass es die Hot Five zur berühmtesten Jazz-Band der Welt machte.

1927 erweiterte Armstrong seine Band um einen Schlagzeuger und einen Tuba-Spieler, die Hot Five wurden die Hot Seven.