Benny Goodman (1909 – 1986) wuchs in Chicago in ärmlichen Verhältnissen auf und wurde ein virtuoser Klarinettist und berühmter Bandleader. Seine Musik übte einen großen Einfluss auf die Geschichte des Jazz aus und veränderte die musikalische Landschaft in den USA und Europa.

In den zwanziger und dreißiger Jahren lebte Goodman in New York City und war bereits ein erfolgreicher Musiker. Er spielte dort unter anderem mit Glenn Miller, mit dem zusammen er 1928 das Instrumentalstück “Room 1411” schrieb, das als “Brunswick 78” bekannt wurde.

Im Januar 1931 hatte Goodman seinen ersten Hit mit dem Song “He’s not worth your Tears”. 1934 hatte er mit “Moonglow” seinen ersten Nummer-Eins-Hit. Ebenfalls im Jahr 1934 formierte er seine eigene Bigband, die erstmals in der Geschichte des Jazz weiße und schwarze Musiker vereinte. 1935 erlebte er mit seiner Band im Palomar Ballroom den Durchbruch und seitdem reihte sich ein Erfolg an den anderen.

Am 16. Januar 1938 gab Benny Goodman das berühmte Carnegie Hall Konzert, das den Jazz über Nacht salonfähig und auch in der feinen Gesellschaft akzeptabel machte. Die Aufnahme des Konzertes gilt heute als ein Meilenstein und bedeutender Klassiker der Jazzgeschichte, insbesondere der Endtitel “Sing, sing, sing”.

Neben seiner Big Band gründete Goodman mit den berühmten Jazzmusikern Teddy Wilson, Gene Krupa und Lionel Hampton das Benny-Goodman-Quartett. Wie auch in seiner Bigband, so spielten auch in dem Quartett schwarze und weiße Musiker zusammen, was zu der Zeit tabu war.

Goodman hat zwar nicht so viele neue Einflüsse gebracht wie etwa Duke Ellington oder Count Basie, noch hat er viele Stücke selber komponiert, jedoch waren seine Stücke meist sehr eingänglich und perfekt vorgetragen, so dass sie ein breites Publikum erreichen konnten. Dies war sicherlich auch durch seine Hautfarbe erleichtert. Benny Goodman war der beliebteste weiße Bandleader der Swing-Ära und hatte auch nach dem Krieg noch viele Erfolge.

Mit seinem Ziel “schwarze” Musik einem jungen weißen Publikum zugänglich zu machen, hat Goodman wesentlich zur Aufhebung der Rassentrennung in den USA beigetragen.