Der Old-Time-Jazz entstand Anfang des 20. Jahrhunderts in den Südstaaten der USA. Unter diese Kategorie fallen vier verschiedene Stile:

  • 1900: New Orleans Jazz
  • 1910: Dixieland
  • 1920: Chicago Jazz
  • 1940: New Orleans und Dixieland Revival in den USA und in Europa

New Orleans Jazz

Der New Orleans Jazz kam aus der gleichnamigen Stadt und entstand aus der Musik der afro-amerikanischen Marching Bands und dem Ragtime. Flügelhorn und Trompete sind die leitenden Melodie-Instrumente, zusammen mit der Klarinette, die die Melodie weiter verziert. Posaune und Schlagzeug geben den Rhythmus an. Dynamik und Vitalität stehen im Vordergrund und es gibt zahlreiche Improvisationen. Louis Armstrong ist wohl der bekannteste Vertreter dieses Stils.

Dixieland

Später ging aus dem New Orleans Jazz der Dixieland hervor. Dieser ist zwar weniger ausdrucksvoll als seine Vorgänger, dafür aber technisch virtuoser. Solo-Improvisationen sind ein Hauptmerkmal dieses Stils. Klarinette, Posaune und Trompete sind die Hauptinstrumente, und der Rhythmus wird von Schlagzeug, Klavier, Kontrabass, Sousaphon und Tuba angegeben. Bekannte Dixieland Jazzer sind Papa Jack Laine und Nick La Rocca, der mit seiner Band durch die Straßen von New Orleans zog.

Chicago Jazz

Musiker aus New Orleans zogen Anfang der zwanziger Jahre nach Chicago, da sie in New Orleans keine Arbeit finden konnten. Studenten aus der weißen Mittelschicht griffen dort die Musik ihrer Vorbilder auf und entwickelten daraus ihren eigenen Stil, den Chicago Jazz. Solo-Improvisationen und das Saxophon treten nun immer mehr in den Vordergrund. Banjo und Tuba werden durch Gitarre und Bass abgelöst. Im Vergleich zum New Orleans Jazz spürt man beim Chicago Jazz eine gewisse gefühlsmäßige Zurückhaltung. Es finden sich auch Bezüge zur romantischen Musik des 19. Jahrhunderts. Bekannte Musiker dieses Stils sind Benny Goodman (in seiner Jugend) und Eddie Condon. Aus dem Chicago Jazz ging später der Swing hervor.

New Orleans und Dixieland Revival

In den vierziger Jahren erlebte der New Orleans Jazz und der Dixieland in den USA und später auch in Europa ein Revival. Bekannte Revival-Musiker sind Chris Barber, Acker Bilk und Monty Sunshine.