Frauen im Jazz – Die Zahl der Instumentalkünstlerinnen nimmt zu

Schon in der Frühgeschichte des Jazz gab es berühmte und einflussreiche Jazz-Sängerinnen wie Ella Fitzgerald, Sarah Vaughan und Billie Holiday. Der Instrumental-Jazz war jedoch bisher vorwiegend den Männern vorbehalten.

In den letzten Jahren zeichnet sich jedoch ein neuer Trend ab. Immer mehr Frauen ergreifen ein Instrument und machen sich damit in der Jazzszene einen Namen. Inspiration findet man beim Women in Jazz Festival, das jedes Jahr in Halle an der Saale stattfindet.

Die Mehrzahl der großen Frauen im Instrumental-Jazz spielen Tasteninstrumente, so wie die Japanische Pianistin Toshiko Akiyoshi, die Akkordeonistinnen Vera Auer und Erika Stucky oder die Begründerin des Free-Jazz in Europa Irene Schweizer. Auch bei den Saiteninstrumenten sind Frauen ausreichend vertreten, besonders auf dem Cello mit Diedre Murray, Okkyung Lee und Irene Aebi. Unter den tonangebenden Blasmusikern gibt es allerdings noch sehr selten Frauen, aber die Saxophonistin Barbara Thompson und die Trompeterin Airelle Besson haben sich beispielsweise in der Jazz-Szene etabliert. Eine der einflussreichsten Jazzmusikerinnen ist die Schlagzeugerin Terrie Lyne Carrington, die ihr eigenes Label hat und sowohl für ihren Groove als auch für ihr Engagement in der Frauenbewegung bekannt ist.

Gibt es eigentlich Jazz-Musikerinnen, die einer jungen Frau heute als Vorbild dienen können? Die gibt es gewiss. Da wäre zum Beispiel Lil Hardey Armstrong, die Frau von Louis Armstrong, die mit ihm in seiner Band spielte und ihn dabei unterstützte, einer der größten Musiker aller Zeit zu werden. Oder die Swing-Band Leiterin Mary Lou Williams, die in ihrer Zeit mehrere Bands zum Erfolg führte. Auch die Komponistin und Pianistin Carla Bley, die eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des Free-Jazz der sechziger Jahre war, könnte durchaus als Vorbild dienen, ebenso wie die oben schon erwähnten Musikerinnen.

Natürlich gehört zu einem Instrumentalstudium im Jazz auch Talent, Ausdauer, Spontaneität, Fleiß und Fantasie. Um guten Jazz zu spielen, braucht man außerdem Flexibilität und Empathie – alles Qualitäten, die Frauen durchaus auch haben.